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Das war die 2. Messe in Sindelfingen 2002

Die Referate der Messe
Peter Finkel

Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft

Public Private Partnerships
Eine Anekdote

Franz Schoser, der ehemalige Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), hat es kürzlich so formuliert:
In den 70er Jahren arbeitete die deutsche Entwicklungspolitik gegen die private Wirtschaft
In den 80er Jahren arbeitete sie an der Privatwirtschaft vorbei
Seit den 90er Jahren arbeitet sie endlich mit ihr zusammen!

Die Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Heidemarie Wieczoreck-Zeul, stand neben Schoser, als er dies sagte – und konterte:
In den 70er Jahren gab es noch einen festen Glauben an die Fähigkeit des Staates
In den 80er Jahren glaubte man dann fast blind an die liberale Marktwirtschaft
In den 90er Jahren hat man erkannt, dass keine Seite die großen Herausforderungen, vor denen sie steht, alleine lösen kann
 
 

Das Unternehmen GTZ


 

Ihr Partner diegtz

27 Jahre Erfahrung in Entwicklungs- und Reformstaaten
Rund 11.000 MitarbeiterInnen in über 120 Ländern
Mehr als 60 feste Büros in Lateinamerika, Afrika, Asien und Osteuropa
Spezifische Sektor- und Landeskenntnisse
Beratung und Management in derzeit 2.700 Projekten
 
 

gtz
Die GTZ / Daten und Fakten



Die GTZ unterstützt die Bundesregierung, ihre entwicklungspolitischen Ziele zu erreichen
Die GTZ arbeitet gemeinnützig

Gesellschaftszweck der GTZ
Grundlage der Arbeit der GTZ ist der am 12. Dezember 1974 unterzeichnete Generalvertrag. Er legt fest, dass das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die entwicklungspolitischen Ziele sowie die Ziele der Einzelmaßnahmen vorgibt. Das BMZ entscheidet über die Förderung von Projekten und über den finanziellen Rahmen der Förderung. Die GTZ führt die Aufträge des BMZ eigenverantwortlich durch, entweder selbst oder durch Unterauftragnehmer. Außerdem hat die GTZ gegenüber dem BMZ eine beratende Funktion.

Ausgangspunkt und Ziel für die Arbeit der GTZ bilden die "Grundlinien der Entwicklungspolitik der Bundesregierung”.

Die GTZ ist ein gemeinnütziges Unternehmen, dessen Anteile der Bundesrepublik Deutschland gehören. Das Stammkapital der GTZ beträgt 40 Mio. DM.

Drittgeschäft
Drittgeschäfte sind Aufträge an die GTZ, die nicht von der Bundesregierung, sondern von "Dritten" erteilt werden. Solche Auftraggeber sind insbesondere Partnerländer sowie inter­nationale Organisationen und Finanzierungsinstitutionen. Drittgeschäfte müssen mit dem entwicklungspolitischen Gesamtkonzept der Bundesregierung vereinbar sein und bedürfen daher der vorherigen Zustimmung des BMZ (sog. §3-Genehmigung). Gemäß den Leitlinien für die bilaterale FZ und TZ ist das Drittgeschäft der GTZ "Technische Zusammen­arbeit gegen Entgelt", da der jeweilige Auftraggeber die Leistungen der GTZ selber entgelten muss. (Die GTZ übernimmt mit der Ausnahme von Eigenmaßnahmen keine unentgeltliche Tätigkeit, da sie auch bei Aufträgen der Bundesregierung ein Entgelt erhält.) Das Drittgeschäft kann grundsätzlich die gleichen Leistungsarten wie das gemeinnützige Geschäft umfassen.

Eigenmaßnahme
Auf Grund der im Gesellschaftsvertrag festgelegten Gemeinnützigkeit der GTZ dürfen Gewinne ausschließlich für gemeinnützige, entwicklungspolitische Maßnahmen verwendet werden, unabhängig davon, ob sie aus dem gemeinnützigen Bereich oder dem Drittgeschäft stammen. Sie werden daher den sog. Eigenmaßnahmen (EM) zugeführt. Dabei handelt es sich um Kleinmaßnahmen, die die GTZ aus eigenen Mitteln bis zu einer Wert­grenze von 200.000 DM durchführt oder finanziert. Sie dienen der unmittelbaren Förderung eines formalen oder informellen Trägers im Partnerland. EM können insbesondere als Fonds zur Förderung der Selbsthilfe lokaler Gruppen und privater Initiativen im Umfeld eines TZ-Vorhabens eingesetzt werden.
 

Globalisierung
Die Wirtschaft hat sich seit Beginn der 90er Jahre mit einer bis dato nicht gekannten Dynamik in EL engagiert. Dies bedeutet u.a.:
den Anstieg ausländischer Direktinvestitionen
ein Wachstum des Welthandelsvolumens
und den stetigen Ausbau internationaler Produktions- und Dienstleistungsnetze

und stellt somit die deutsche Entwicklungspolitik ebensowie die Privatwirtschaft vor völlig neue Herausforderungen
 
 

Die Wirkung
Der Umfang dieses privaten Engagements hat einen ganz wesentlichen Nebeneffekt:
Die Unternehmen leisten wichtige Beiträge zur wirtschaftlichen Entwicklung unserer Partnerländer. Sie transferieren neue Technologien, schulen lokale Fachkräfte, steigern die Qualität einheimischer Produkte, schaffen Arbeitsplätze, Einkommensquellen und stabile Handelsbeziehungen.

Sie sind längst zu entwicklungspolitisch wichtigen Akteuren geworden. Die Privatwirtschaft hat sich, wie es der Vize-Präsident der Weltbank treffend formulierte, zu einem „development agent in its own right“ entwickelt
 

  ...die gemeinsame Fläche wird größer!
Viele Unternehmen werden sich zunehmend ihrer sozialen und umweltpolitischen Verantwortung bewusst
Über ihr Profit-Interesse hinaus engagieren sie sich vermehrt in entwicklungspolitisch sinnvollen Projekten
Ob sie dies aus gutem Willen tun, aus Gründen des Marketing oder auf Grund von Forderungen ihrer Kunden und Aktionäre – fest steht:

Die private Wirtschaft spielt heute mehr denn je eine entwicklungspolitisch wichtige Rolle
 

Und die Entwicklungszusammenarbeit öffnet sich den Unternehmen
Seit 1999 gibt es bei der GTZ das Büro für die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft
Hier wird im Auftrag des BMZ die PPP-Fazilität durchgeführt

Über 250 PPPs weltweit
In den verschiedensten Sektoren
Mit den unterschiedlichsten Partnern
 

  Wie sieht ein PPP aus?
Entwicklungspartnerschaften werden von Unternehmen und der GTZ gemeinsam geplant, finanziert und durchgeführt
So dass beide Partner Ihre Ziele schneller, effizienter und nachhaltiger erreichen
Als Basis dient ein Projektkonzept und ein Kooperationsvertrag über eine Laufzeit von ca. 1-3 Jahren

  Was zeichnet eine gute Partnerschaft aus?
Gemeinsame Ziele: Die Leistungen der Partner ergänzen sich so, dass beide davon profitieren
Vereinbarkeit mit den Zielen der Bundesregierung:Projektziele müssen mit den entwicklungspolitischen Zielen der Bundesregierung übereinstimmen
Eigenbeitrag: Die Aufteilung der Kosten soll die Wirkung für den einzelnen Partner spiegeln (mind. 50 %)
Subsidiarität: Die GTZ erbringt nur Leistungen, die nicht ohnehin vom Unternehmen zu erbringen wären
 

  Was bietet die gtz in PPP-Projekten?

Gute personelle Infrastruktur vor Ort
Länder- und sektorspezifisches Know-how
Kontakte zu Regierungen, Institutionen und NGOs
Projekt-Planung und Projekt-Management
Projektbegleitung und Beratung
Finanzielle und personelle Beteiligung an den Projekten
Monitoring der Umsetzung
 
 

Mit Flora 2000 auf den Philippinen
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Ausgangslage aus entwicklungspolitischer Sicht:
Riff- und Fischesterben beim Fang von Meeresorganismen durch den Einsatz von Zyanid und anderen Chemikalien
Auch seltene und gefährdete Tiere werden gefischt
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Folgen:
Verschlechterung der ökologischen Situation und Vernichtung von Einkommensquellen
80 % der exportierten Fische sterben
Die vorherrschenden Fangmethoden verursachen Gesundheitsschäden (Dekompressionskrankheit)
 

Das Unternehmen:
Flora 2000 importiert seit 12 Jahren marine Organismen für die RiffaquaristikMit einem philippinischen Partner baut Flora ein Exportunternehmen auf.
 
Problem für Flora: Hohe Mortalitätsraten der 
Meeresorganismen, daher unrentable Importe

Ziel der PPP-Maßnahme:
Die Exportqualität lebender Organismen für die Meeresakquaristik signifikant erhöhen
die ökologischen und sozialen Standards langfristig verbessern
die Einkommensquellen der Bevölkerung sichern und ausweiten
 
 

Angestrebte Projekt - Wirkungen

Entwicklungspolitisch:
Schutz und nachhaltige Nutzung mariner Ressourcen
Hebelwirkung zur weitflächigen Einführung von Umwelt- und Sozialstandards
Sicherung und Erhöhung der Einkommen der Fischer

Für Flora 2000:
Signifikante Erhöhung der Exportqualität lebender Organismen für die Meeresaquaristik
Aufbau nachhaltiger Handelsbeziehungen
 


 

1. Phase der PPP:

Pilottraining von Fischern in Artenauswahl, Fangtechnik, Haltung & Transport der Tiere
Aufbau eines beispielhaften Exportunternehmens
Anpassung und Überarbeitung von ökologischen und sozialen Kriterien und Standards
Mit Flora 2000 auf den Philippinen

2. Phase der PPP:
Multiplikatorentraining mit Tiersammlern-Kooperativen
 

3. Phase der PPP:
Vereinbarungen über die weitere Kooperation der beteiligten Akteure zur Sicherung der Nachhaltigkeit des PPP-Projekts und zur Ausweitung der Wirkungen

Zertifizierung erster Exportbetriebe in Zusammenarbeit mit der Philippine Tropical Fish Exporters Association, dem Marine Aquarium Council und der International Marinelife Alliance
 

  Erreichte Ergebnisse nach 1,5 Jahren:

Trainingsmaterial für die Tiersammler in Englisch und 5 lokalen Sprachen (wurde vom MAC jetzt auch in Indonesien eingesetzt!)
Gründung, Unterstützung und Qualifizierung ausgewählter Tiersammler-Kooperativen
Überarbeitete und angepasste Standards sind entwickelt
Ein vorbildliches Exportunternehmen ist etabliert
  6 Exportunternehmen wurden zertifiziert
Die Mortalität der Organismen der ersten Lieferungen hat sich deutlich reduziert
Eine neue Preisliste ermöglicht höhere Einkommen für die Fischerfamilien und bietet höhere Absatzpreise in den Zielmärkten
 

Wie geht es weiter...?
 
Das Unternehmen Flora 2000 engagiert sich weiter durch die Qualifizierung der Mitarbeiter des Partnerunternehmens und der Tiersammler in der Region
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Die GTZ betreut im Rahmen ihrer langfristigen Beratungsprojekte auf den Philippinen die involvierten Kooperativen und vor allem die lokalen Institutionen zur nachhaltigen Verankerung der Errungenschaften des Projekts
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Eine weitere Zusammenarbeit zwischen dem Marine Aquarium Council, der Fischereibehörde und der GTZ ist diesbezüglich geplant

Vom Vorschlag zum Projekt

formloser Vorschlag an das PPP-Büro
erste Stellungnahme des PPP-Büros innerhalb von zwei Wochen
gemeinsame Ausarbeitung eines Konzeptes
endgültige Entscheidung
vertragliche Gestaltung
Durchführung des Projektes
Berichterstattung und Monitoring
 

Ihr Kontakt:

Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ)
Büro für die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft

Thomas Finkel
Tel.: 06196 / 79 23 78

E-Mail: thomas.finkel@gtz.de
Internet: www.gtz.de/ppp
 


Thomas Finkel für die 2. Messe Fisch & Reptil
am 01.12.2002, Sindelfingen